| Wie wird Software morgen aussehen? | Werden Randgruppen Probleme bekommen? |
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Indirekte Darstellung hat wenig Zukunft, soviel steht fest. Die Mensch-Maschine-Schnittstellen haben viel zu lange Wege, ihre beiden Enden Mensch und Maschine müssen dichter zusammen rücken. Den Schädel anbohren lassen, möchte sich jedoch kaum jemand, und das ist auch nicht nötig. Wenn die Elektroden dicht genug auf der Haut liegen, und der Eingabestrom ohne nennenswerte Messfehler aus deinen Gedanken gefiltert wird, dann ist der Ausgabestrom auch kein Problem. So weit, so gut. Der Computer zeichnet die Benutzeroberfläche zwar direkt in deine Wahrnehmungszentren, aber zugegeben: Das Ergebnis sieht nicht natürlich genug aus. Du schaust in einen Raum, steuerst ihn wie deine eigenen Finger, aber hineingehen kannst du dennoch nicht. So viel Feedback kriegt das Betriebssystem nicht hin, es kann gerade mal Sprache und Gesten erkennen.
Und genau damit ist jetzt Schluss! |
Lange Texte waren gestern, schließlich kann man viel einfacher ein partielles Gedächtnis-Abbild speichern und versenden. Reisen sind Ausnahmefälle, man kann sich viel besser im Netz treffen, in simulierten Gärten und begehbaren Kunstwerken. All diese schönen Schnittstellen nutzen eine zentrale Komponente der Wahrnehmung: Hyperbinding. Binding ist, kurz gesagt, der Vorgang, der Eindrücke verschiedener Sinne zu einem Gesamtbild verknüpft. Hyperbinding geht darüber hinaus, und verknüpft Sinneseindrücke auf Umwegen noch einmal mit sich selbst, was dem Ergebnis im Bewusstsein eine über alle Sinnesqualitäten vernetzte, vielfache Intensität verleiht.
Eine kleine, kaum bekannte Randgruppe wurde dabei allerdings übersehen:
Separätiker, oder umgangssprachlich Halbsichtige. Ihnen fehlt
jede Form von Hyperbinding, ihre Sinne arbeiten flach und nahezu getrennt - aber
dass sie anders sind, bemerken sie oft erst, wenn sie mit Software nicht zurecht kommen.
Und genau damit ist jetzt Schluss! |

