OFF TOPIC

SUSE Linux 9.3 auf dem "Extensa 4100"-Notebook

Ein Epos in 42 Strophen

Matt schimmert sein Plastik im warmen Licht,
ein spiegelndes Logo ins Auge sticht.
Das Notebook, geschlossen, noch ohne Gesicht,
als würde es schlafen und warten auf mich.

So silbern es glitzert von oben gesehen,
so schwarz sind die Ränder, mit Mustern versehen.
Nur Linien und Ringe verzieren die Seiten,
als offene Hände für Kabelschleifen.

Ein schmaler Verschluss, der Schieber ganz vorn,
liegt unter dem Finger, ich fühl seine Form.
Geriffelter Kunststoff, nur Kerben und Streifen,
die ohne zu Klemmen zur Seite weichen.

Der Bildschirm klappt hoch, weiches Licht fällt hinein,
es streut sich an Silber und Aufkleberlein.
So schwarz wie die Nacht liegt das Touchpad im Rahmen,
drei Tasten darunter in silbrigen Farben.

Darüber die Landschaft aus nachtschwarzen Zeichen,
sie federn so sanft und sie klicken ganz leise,
unter dem Finger der sie kurz berührt,
bevor es ihn weiter nach oben entführt.

Und ganz in der Ecke, dort wartet er dann,
der Knopf mit dem Zeichen: Hier geht es an!
Mit leisestem Summen erwacht es zum Leben,
vier Lichter erleuchten, um Grünlicht zu geben.

So startet es dann und es fährt ein Programm hoch,
beim Anblick allein schon die Hardware mir leid tut.
"Windows XP" steht dort rot auf dem Flachschirm
auf hellblauem Grund in recht riesigen Zeichen.

Noch schnell, kurz bevor es gestartet ist,
mein Finger schon wieder am Power-Knopf sitzt.
Mein Fuß unterm Tisch will die Kiste ertasten,
ich hol sie hervor, um CDs auszupacken.

Aus einer freundlich grünen Hülle
lacht mir entgegen Software in Fülle.
Die "Suse Installations-DVD",
nur kurz ich sie zwischen den Fingern dreh.

Schon rastet sie ein mit sanftem Klicken,
das Laufwerk verschließt sich ohne Zicken.
Und schnell neu gestartet wird der Computer,
das Linux-Laufwerk summt schon munter.

Das Setup nun startet mit Standard-Werten
doch statt der Begrüßung, was muss ich da sehen?!
Nur kranke Farben und Schatten von Schrift,
der Chipsatz für Grafik wird nicht unterstützt.

Da hilft nur Reset, noch einmal versuchen,
im Failsafe-Modus, die Treiber verfluchend.
Ganz langsam, doch stetig kommt "yast" in die Gänge,
ich wähl meine Sprache und warte noch länger.

Als endlich die Sanduhr verschwindet vom Schirm,
da geht es ans Partitionierungs-System.
Die Windows-Bereiche, die schneiden wir kurz,
denn jetzt brauch ich Platz da für "home" und für "root".

Nachdem nun der Platz gut verteilt worden ist,
bekomm ich die Qualen der Wahl zu Gesicht.
Um fertig heute noch zu werden, schieb ich auf ein andernmal
das Klicken durch die Dialoge endloser Paketauswahl.

Gar lange summt die DVD,
für OpenOffice, KDE,
bis alles auf der Platte liegt,
was "Suse" einst für wichtig hielt.

Als Setup behauptet, es wäre komplett
und alle Benutzer brav angelegt hätt',
da startet schließlich KDE,
den gleichen Mist ich wieder seh.

Der Bildschirm ist voll von den schrägesten Mustern,
dahinter sind Schatten in blassesten Rastern.
Als Rettung da bleibt mir nur "Strg+F2",
es holt mir die schwarze Konsole herbei.

Die "Radeon" bringt echt kein Glück,
"sax2", Du machst mich noch verrückt!
Nach langem Basteln geb ich auf,
ich schicke "yast" und "sax" nach haus.

Mein altes Notebook muss jetzt ran.
Ob es den Treiber finden kann?
Doch dann, auf einem großen Server, fast schon mitten in der Nacht,
dort liegen Package und Beschreibung, hat man wohl doch an mich gedacht.

Sogleich kopier ich die Dateien, drucke die Beschreibung aus,
genauso werde ich es machen; Fehler, gleich werf ich euch raus!
Das Online-Update dauert ewig, doch der Text besagt ganz klar,
der letzte Kernel-Patch muss drin sein, und ich halte mich daran.

Am Ende ist schließich der Kern kompiliert,
das Update wird in seinen Source rein kopiert.
Ich spar mir das Backup, hab eh keine Wahl,
als gäb es kein Morgen: make modules, install.

Der Rest der Beschreibung ist auch schnell erledigt,
und jetzt init 6, ich erwarte nicht wenig.
Mein Linux fährt hoch bis in runlevel 5,
doch als dann X11 noch zu starten beginnt...

...da gibts keine falschen, nein, gar keine Farben,
der Bildschirm bleibt schwarz, ja, was soll ich noch sagen?
"sax2" lässt mich hängen, erkennt zwar den Treiber,
doch wenn X dann startet, gehts trotzdem nicht weiter.

Hab alles versucht, doch bekam kein X11,
nur Fehler und wortlose Dunkelheit.
Da nützt nicht mehr viel, wieder raus muss der Treiber,
die Installations-DVD hilft mir weiter.

Kaum ist der Kernel-Source nochmals kopiert,
die alten Module erneut installiert,
da starte ich gleich nur in runlevel 3,
erwart' nichts und hoffe auch nichts mehr dabei.

Zurück dann in "yast" geb ich dennoch nicht auf,
ich hab was entdeckt, das probier ich noch aus.
Ich pfeife auf Frame-Buffer und solche Tricks,
der Schlüssel heißt "Vesa-BIOS Graphics".

Zur Vesa-BIOS Grafikkarte stell ich einen Bildschirm ein,
den LCD bei 60 Hertz, mit einer Auflösung gar fein.
Der Testbetrieb zeigt Störungsstreifen, doch das ist mir heute gleich,
ich speicher diese Einstellung, jetzt geht es los mit init 5.

Ihr müsst es nicht glauben, und doch ist es wahr,
so läuft KDM plötzlich wunderbar!
Ich melde mich an, KDE kommt dazu,
und bald denk ich nur noch "geschafft, oh wie gut!"

Schon fast im ersten Morgenlicht,
das bald durch Fensterscheiben bricht,
stell ich heut überhaupt nicht fest,
wie langsam sich der Rechner schleppt.

Erwachen folgt am nächsten Tage,
als ich mich nun endlich frage,
was die Maus zum hüpfen zwingt,
und Tasten zum Blockieren bringt.

Das neue Notebook sich verhält,
als wär es sieben Jahre alt!
Noch müde such ich in den Foren,
wohin das Tempo ging verloren.

Auch wenn ich nicht weiß, wo es war,
fand sich das Schlagwort DMA.
hdparm -d /dev/hda
stellte dessen Zustand klar.

Doch gleich wie oft ichs aktivierte,
die Festplatte es nicht kapierte.
Nach jedem Start ist's wieder weg,
und die Performance liegt im Dreck.

Drum schreib ich dann an die Supporter,
vom Hersteller mit Namen Acer.
Es muss doch eine Lösung geben,
die Festplatte noch schnell zu kriegen.

Die Antwort kommt am selben Tag,
beleidigend man's finden mag:
"Wir unterstützen Linux nicht,
wir liefern doch nur Windows mit."

So abgewiesen, fast schon wütend,
weiter durch das Web mich wühlend,
treff ich auf zwei kleine Worte,
die Linux gnädig stimmen sollten.

ideX=dma,
das klingt an sich schon wunderbar.
Es ist der Boot-Parameter,
sein Fehlen das Problem nur war.

Ich geh die menu.lst verbessern,
schon ist die Langsamkeit vergessen.
Hab nur noch ein Problem heut Nacht:
Das Spielzeug schaltet sich nicht ab.

Doch auch die letzte Antwort find ich
in einer Schrift über "Kanotix".
Das startet man, sieh einer an,
mit acpi=on.

Nun endlich ist das Notebook fertig,
mein Linux schnurrt und läuft ganz artig.
das nächste Mal geht alles schneller,
denn coco kennt es jetzt viel besser.

Am Ende schreib ich alles nieder,
denn gewiss braucht bald schon wieder
jemand Linux auf dem Notebook,
der dann nur in mein Gedicht guckt.

Falls Du ein Acer-Book erhältst,
das sich "Extensa 4-100" nennt,
dann nehme Vesa-BIOS Graphics,
und DMA als Startup-Settings.

Abstand
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